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Von der Hindenburgschule zur Anton-Leo-Schule

Namensgebung / Anton-Leo-Schule Bad Säckingen In den Jahren 1876-1879 wurde das Schulgebäude unter dem Bürgermeister Anton Leo von dem Basler Architekten Schönberger für die „Jugend von Bad Säckingen“ erbaut. Der repräsentative - im neoklassizistischen Stil- erbaute Prachtbau war wegen seiner hohen Kosten seinerzeit zwar durchaus umstritten, jedoch prägte und prägt er die räumliche Identität der Stadt bis heute.

Die Umbenennung der anfänglichen Volksschule in Hindenburgschule erfolgte zeitgleich mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Jahre 1933 auf Initiative des gleichgeschalteten NS- Bürgermeisters Max Uttenthaler. Am selben Tag wurde von dem Gemeinderat Straßen und Plätze nach dem Gauleiter Robert Wagner und dem „Führer“ Adolf Hitler benannt. Gleichzeitig bekamen Wagner, Hitler und Hindenburg die Ehrenbürgerschaften der Stadt Säckingen zuerkannt.

Während die nach Wagner und Hitler benannten Straßen und Plätze nach dem zweiten Weltkrieg im Sinne einer Entnazifizierung schnell umbenannt wurden, sah man sich zu dieser Zeit nicht veranlasst, den Namen der Hindenburgschule zu ändern. Einerseits wurde die Person Hindenburgs und seine politische Rolle beim Aufstieg Hitlers bis zur Jahrtausendwende durchaus auch in der Geschichtsforschung widersprüchlich beurteilt. Andererseits hatten sich Generationen von Schülern an den entpolitisierten Namen Hindenburg als den Namen „Ihrer“ Schule gewöhnt.

Wieso war der Name Hindenburg aber letztlich nicht mehr tragbar?
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Zum Ersten:

Zunächst hat die Geschichtsforschung eine Neubewertung der politischen Person Hindenburgs vornehmen müssen. Die Forschung hatte inzwischen herausgearbeitet, wie sich Hindenburg nach der Machtergreifung (Januar 1933 bis August 1934) vom passiven zum ausdrücklich aktiven Unterstützer Hitlers gewandelt hat. Nichts zu deuteln gilt es am Ende daran, dass Hindenburg im Angesicht seines Todes, Hitler als den Vollender der Deutschen Einigung in Hindenburgs persönlichem Sinne sieht ( August 1934). Dies wird in seinem an Hitler selbst und die Öffentlichkeit gerichteten politischen Testament offenbar. Trotz seiner anfänglichen Abneigung gegen Hitler ist Hindenburg im Laufe seiner letzten eineinhalb Lebensjahre zum erklärten Befürworter Hitlers geworden.



Zum Zweiten:

Die gleichzeitige Ehrenbürgerernennung Adolf Hitlers, Robert Wagners und Paul von Hindenburgs auf die Initiative Max Uttenthalers ist ein Symbol der nationalsozialistischen Machtergreifung speziell in Säckingen gewesen. Für historisch denkende Menschen war es bis zur Umbenennung schwer nachvollziehbar, dass sich Uttenthaler in der Benennung der Hindenburgschule ein Denkmal setzen konnte: ein Mann, der für die Durchsetzung des Nationalsozialismus in Säckingen vor nichts zurückschreckte.



Im Jahre 2014 wurde aus Respekt vor den Opfern des Nationalsozialismus, besonders derer in Bad Säckingen und insbesondere des Verlegers Hermann Stratz, dessen Tod Max Uttenthaler direkt auf dem Gewissen hat, die Umbenennung der Schule in Anton-Leo-Schule vorgenommen.


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